Durban

 

… UND DIE 4 ELEMENTE…

In Vietnam cruise ich mit dem Motorrad von Nord nach Süd, in Nepal wandere ich den Annapurna hoch und wieder hinunter und in Südafrika reise ich von Westen nach Osten an der Küste entlang. In allen drei Ländern treffe ich hier und da immer wieder auf die gleichen Leute – auch ganz ohne Absprache. Das heißt, besser immer Freunde statt Feinde machen..

 

Das ist die perfekte Welle. Das ist der perfekte Tag. Lass dich einfach von ihr tragen. Denk am besten gar nicht nach…

In meiner vorletzten Destination Chintsa habe ich die Schweizer Andrea und Manuel kennengelernt. Auch in Coffee Bay treffe ich die beiden wieder und wir quatschen über die nächsten Stationen. Wie immer ohne Plan weiß ich nur, ich will nach Durban, ans Meer und hoch hinaus.

Da Manuel in Südafrika die Liebe zum Surfen für sich entdeckt hat, weiß er, dass ganz in der Nähe von Durban ein weltweiter Surfwettbewerb stattfindet – in Ballito. Da brauche ich gar nicht lange überlegen, springe ins Auto und checke kurzer Hand ins Monkey Bay Backpackers ein. Der Inhaber ist super cool, die Atmosphere tiptop, der Strand in Sichtweite und  heiße Surfer wohin das Auge reicht. Ein riesen Event – eine ganze Woche lang! Jeden Tag am Strand chillen und den Surfern beim Wellenreiten zusehen. Leider hat es mich gleich in der ersten Nacht erwischt, weshalb ich den Strand nur in langen Hosen, Socken, dicken Pulli und Mütze besuche während sich alle anderen halbnackt in der Sonne ahlen.. scheiß drauf – Hauptsache Strand, Meer und Entertainment…

 

Mann mit Grill sucht Frau mit Kohle…

Abends heizen wir uns beim typischen Brai (Grillen auf Südafrikanisch) gemütlich ein oder gehen feiern in den nahegelegenen Clubs, die aufgrund der Ballito Pro auch rappelvoll sind – zugegeben, eher mit 18jährigen Surfern, aber das ist ja in Deutschland auch nicht anders, zumindest das Alter – Surfer sind da ja eher rar…

 

Und ich flieg, flieg, flieg wie ein Flieger…

Ich bin nur mit einem Seil an meinen Beinen bestückt von der Brücke gesprungen, dagegen ist der Sprung aus dem Flieger mit einem Profi im Rücken doch ein Kinderspiel.

Doch schon der Weg zum Durban Skydive Center ist nicht gerade einfach für zwei orientierungslose Mädels irgendwo im nirgendwo. Wir brauchen statt einer Stunde anderthalb, verpassen unseren Sprung am Morgen und müssen warten bis alle anderen gesprungen sind. Das Beste kommt halt eben zum Schluss, nicht wahr, Andrea?!

Es ist traumhaft schön und könnte noch viiiiiiiel länger gehen. Ich fliege den Gleitschirm später sogar selbst (Siehe Fotos). Da braucht man ganz schön Muckies. Fliegen macht süchtig. Definitiv Wiederholungsbedarf!

Ein Abenteuer jagt das Nächste! Denn auf dem Rückweg geht uns das Benzin aus.. uuuupsiii… da habe ich wohl etwas übersehen… Am Seitenstreifen wartend, bringt uns Baywatch-Hero Manuel glücklicherweise das rettende Benzin – Besten Dank!

 

Auf dem Boden der Tatsachen liegt eindeutig zu wenig Glitzer…

Nach einer Woche Ballito heißt es schweren Herzens Auf Wiedersehen liebes Meer und weiter geht’s…

 

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Bungeeeeeeee Juuuuuuummmmp

23. JUNI 2017: Ich HABE MICH HEUTE IN DIE TIEFE GESTÜRZT..

Bloukrans Bridge Southafrica

Wir waren schon ein paar Tage früher hier in Storms River und haben den Anderen beim Springen zugesehen. An dem Tag war mir irgendwie nicht nach so viel Action, stattdessen habe ich den festen Entschluss gefasst, zu springen – in Südafrika – von dieser Brücke – nur eben etwas später…

In Port Elizabeth mieten sich Vicki und ich ein Auto. Wir fahren den ganzen Weg zurück nach Storms River, um zu springen! Eine Nacht schlafen und dann soll es losgehen. Zugegeben, ich kann in dieser Nacht kaum schlafen. In meinem Kopf dreht sich alles und ich fange an zu googlen. Wie läuft der Sprung ab? Auf was muss ich achten? Was kann alles passieren?

Am nächsten Morgen berichte ich Vicki von meinen Recherchen. Sie hat Höhenangst und hasst mich zu tiefst für meine Berichte. Doch ich muss mich vorbereiten – seelisch und moralisch – ich muss einfach alles wissen…

…Ich will schließlich nicht dumm sterben… 

Viel Zeit bleibt nicht und zu allem Übel muss ich auch noch auf die Waage – oh nein! Das letzte Mal – in Nepal war die Überraschung positiv – da bin ich aber auch jeden Tag 6 Stunden gewandert. Ich hätte vorher nichts essen sollen…

Den Gurt angezogen und los geht’s zur Brücke. Der Weg dahin ist wirklich cool – zumindest für mich. Vicki sieht das etwas anders. Wir laufen auf einem Weg unter/neben der Brücke. Der Boden ist durchsichtig.

216 Meter Tiefe und da springen wir gleich herunter…

Zusammen mit zwei Pärchen bilden wir eine kleine Gruppe aus 6 Personen. Davon springen nur 4, wie sich später herausstellt. Das ältere Paar lebt in Mallorca ist aber ursprünglich aus Deutschland. Die Frau ist nur zur Unterstützung dabei. Der Mann spricht uns Mut zu, wobei er selbst noch nie gesprungen ist. Aber das gibt mir irgendwie Kraft. Ich glaube, ich war noch nie im Leben so aufgeregt, wie auf dieser Brücke.

Vickie springt als Erste – OMG! Ihr laufen die Tränen. Ihr Video ist zum Niederknien – vor Lachen! Ich kann nicht anders und springe nach ihr, bevor ich noch den Mut verliere. In Nullkommanix werden meine Füße zusammengebunden, ich hüpfe an das Ende der Brücke, werde gefragt, ob ich bereit bin – meine Antwort lautet „Nein“, aber kurz darauf heißt es schon:

3…2…1… und runtergeschubst…

Ich habe so viel gelesen, wie man am besten springt und was mache ich? Falle wie ein nasser Sack mit eingeknickten Beinen und zugehaltener Nase in den Abgrund… Warum ich mir die Nase zu halte? Das muss daran liegen, dass mir kurz vorher jemand gesagt hat, es ist wie in einen Pool zu springen… Tzzz…

Während ich fliege, denke ich: „Augen auf! Augen auf! Genieße es! Sieh dir genau an, wo du hinfliegst! Wo ist eigentlich das Meer? Wo ist das Meer?“ Und schon vorbei… Ein paar Minuten später werde ich eingesammelt und habe wieder festen Boden unter meinen Füßen. Vor lauter Adrenalin kommen mir die Tränen. Freudentränen… OMG… das war UNFASSBAR…GEIL!

Der letzte in der Runde macht einen Rückzieher und springt tatsächlich nicht. Dabei hat er vorher ausgiebig Trockenübungen gemacht… So schade, er verpasst den Sprung seines Lebens.

Das Video gibt’s hier: www.facebook.com/reisara

Vietnam…

 

… EIN ABENTEUER AUF ZWEI RÄDERN…

Nachdem ich zeitlich mit dem Bloggen hinterher hänge, fasse ich den Monat in Vietnam hier kurz zusammen.. (auch wenn ich Tausende einzelne Stories erzählen könnte – ganze Romane könnte ich schreiben.. ).

Mit dem Bus geht’s Ende März von Laos nach Vietnam! Die 24 Stunden vergehen wie im Flug, lustige Begegnungen, eine Lichtershow vom Feinsten und laute Partymusik in vietnamesisch oder laotisch… keine Ahnung! Alleine das ist ein Abenteuer für sich!

Endstation ist im Norden, in der Hauptstadt. Hanoi ist eine meiner Lieblingsstädte Vietnams. Der Verkehr ist wild, die Cafés einzigartig und das Nachtleben vielseitig. Ich liebe es durch die Straßen zu schlendern und immer wieder neue Ecken zu entdecken. Und weil’s so schön ist, verschlägt es mich gleich zweimal in die Hauptstadt. Ich könnte mir tatsächlich vorstellen, hier zu leben. Viele Native Speaker unterrichten hier Englisch. Gesucht wird wie verrückt. Wenn ich meine Englisch perfektioniert habe.. wer weiß… vielleicht komme ich hierher zurück…

Zwischenzeitlich mache ich dann aber einen Abstecher nach Sapa in die Berge. Das kleine Örtchen ist wunderschön – allerdings ist es arschkalt (für meine verwöhnten Verhältnisse der letzten zweieinhalb Monate), es regnet jeden Tag und ich ziehe vermutlich eine Stinkwolke hinter mir her, weil ich jeden Tag die gleichen Sachen anhabe (habe ja nicht so viel Warmes dabei)…

 

Bei meinem zweiten Besuch in Hanoi beschließe ich kurzer Hand mir ein Motorrad zu kaufen und gen Süden zu düsen. Wie man Motorrad fährt? Keine Ahnung – vom Führerschein ganz abgesehen. Frei nach dem Motto: Learning by Doing! Schließlich bin ich mittlerweile Profi auf dem Moped und im Auto sowieso – so schwer kann das ja nicht sein…

Am 2. April geht’s dann auch endlich los und ich rase auf dem Ho Chi Minh Trail, Highways (nicht zu vergleichen mit deutschen Autobahnen – Geschwindigkeitslimit! Tzzz) nach Saigon (der alte Name Ho Chi Minhs)! Meinem deutschen Rennfahrer-Image werde ich auch hier gerecht – volle Kraft voraus! Diamond und ich werden schon bei der turbulenten Fahrt durch Hanoi beste Freunde. Wir verbringen etwa 2.000 Kilometer und drei Wochen jeden Tag zusammen.

Start: Hanoi

 

Station 2: Ninh Binh
Traumhafte Landschaft zwischen Felsen und unberührter Natur

 

Station 3: Phong Nha
Und zwei Zwischenstopps in Nationalparks, Irgendwo im nirgendwo

 

Station 4: Hué
Servicestopp für Diamond, Streetfood und ein verlassener Wasserpark

 

Station 5: Hoi An – mein Favorit
Zig Cafés und Shops, Tausende Lampions und herrliche Strände (mit dem Bus geht’s nach Nha Trang, die Motorräder landen im Gepäckraum – sowas gibt’s auch nur in Asien)

 

Station 6: Nha Trang
Strand inmitten des Touristentrubels, schnell wieder weg

Nha-Trang-Dachterrasse

 

Station 7: Dalat
Hier gibt’s was für meine Abenteuerlust: Canyoning und eine Labyrinth-Bar und am Abend heißt’s zurücklehnen im Kino für nur 2 Euro pro Person

 

Station 8: Mui Né
Hier haben mich die Sandfliegen am Strand erwischt, juckt auch drei Wochen später noch.. *kratz kratz*

 

Endstation: Ho Chi Minh City
Big City Life und Ausflug ins Mekong Delta

In Ho Chi Minh City heißt es dann leider wieder Abschied nehmen – für mich der schwerste Abschied meiner Reise bisher. Diamond flitzt nun mit einem Niederländer von Süd nach Nord!

Alles Gute and shine bright like a Diamond…

Laos – unbekanntes Land zwischen China, Vietnam, Kambodscha, Thailand und Myanmar

…Berge ohne Schnee und Hitze ohne Strand…

Laos stand nun so gar nicht auf meinem Plan. Und um ehrlich zu sein, wusste ich bis vor Kurzem nicht einmal, wo Laos liegt. Aber das ist genau das, was das Reisen so besonders macht – Spontane Planänderungen, neue Orte, Reisebekanntschaften und das Unvorhersehbare.

Die Natur in Laos ist atemberaubend – schwer, das in Bildern festzuhalten. Zugegeben, ich habe Laos unterschätzt. Es ist mehr wert als nur ein Land zwischen Thailand und Vietnam. Ich muss mich entscheiden – und das jeden Tag. Was gibt es zum Frühstück? Was schaue ich als Erstes an? Wie komme ich dahin? Welches Restaurant ist am Besten? Party oder Chillen am Abend? Wo geht es als Nächstes hin?

Viel habe ich nicht gesehen, nur ein paar Örtchen im Norden. Mit dem Slowboat lande ich in Luang Prabang, wo ich drei Nächte bleibe. Anschließend geht’s nacht Vang Vieng für ebenfalls drei Nächte und aufgrund meiner nichtvorhandenen Vorbereitung mache ich noch einen Abstecher in die Hauptstadt Vientiane, um mein Visum für Vietnam zu beantragen.

Das Highlight meiner Reise durch Laos war neben dem Slowboot definitiv die Wanderung bzw. das Klettern (in Flipflops) auf einen Aussichtspunkt – keine Wegbeschreibung, mitten im Jungle, niemand hier außer ich und Jesse, meine Reisebegleitung…

…You never never know if you never never go…